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"Wright A" in der Taufkirche Lilienthals

In einer Sonderschau zeigt das Otto-Lilienthal-Museum das ab 1909 in Berlin erfolgreich gebaute Serienflugzeug der Gebrüder Wright.

FotografieWohl keine andere technische Entwicklung hatte in dem Maße den Charakter eines öffentlich ausgetragenen Wettstreits wie die Entwicklung des Flugzeugs: der erste Start, die ersten 100 Meter, der erste Kreisflug, der erste Passagier, die Überquerung des Ärmelkanals ... . Geschichte als Durchbruch: Lilienthal - der erste Flieger, die Brüder Wright – der erste Motorflug. Beides wird immer wieder in Frage gestellt. War der Schneider von Ulm ein erfolgreicher Pilot? Gab es den legendären Ikarus? Waren die Motorflugzeuge von Jatho in Hannover, von Weißkopf in Connecticut, von Pearse in Neuseeland, von Ader in Frankreich vor den Wrights in der Luft?

Jenseits aller Diskussionen um vermeintliche "erste" Flüge sind es zwei Namen, die wie keine anderen zwei Epochen auf dem Weg zu Flugzeug von heute prägten: Lilienthal und Wright. Die Fotos des „Preußischen Ikarus“ gingen um die Welt und prägten die 10-jährige Epoche der Gewissheit „Der Mensch kann fliegen“, die Epoche zwischen Kunststück und technischem Produkt. Zur geheim gehaltenen Erfindung wurde das Flugzeug durch die Wrghts, bis sie es, getrieben durch französische und deutsche Konkurenz, zur öffentlichen Attraktion machten.

Das Otto-Lilienthal-Museum nahm das 110. Jubiläum der Flüge im Jahr 1903 zum Anlass, Wright nach Anklam zu holen. Das Zusammentreffen der beiden Repräsentanten von Sternstunden der Technikgeschichte in der Taufkirche Lilienthals ist ein Ereignis von großer optischer Attraktivität.

Die gezeigte originalgetreue Replik des ab 1909 in Deutschland in Serie gebauten Motorflugzeugs der Gebrüder Wright ist eine Leihgabe der Aviat-Stiftung die Lilienthal und Wright bereits 2008 anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der ersten Wright-Flüge in Europa im französischen Le Mans zusammenführte.

BuchcoverZur Ausstellung erscheint die Publikation "Wright in Deutschland", eine Darstellung der entwicklungsgeschichtlichen Beziehung zwischen Lilienthal und Wright und der Geschichte der erfolgreichsten Flugzeugfabrik der Wrights, die sich in Berlin befand.

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"Wright A" in der Nikolaikirche Anklam
Leihgeber: Aviat-Stiftung, U. Voswinckel, Replik hergestellt von U. Joerges, Foto: Wittig
Die Ausstellung wird gefördert duch das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Im Oktober 2011 feierten wir in den USA bereits Wright und Lilienthal gemeinsam, und das aus gegebenem Anlass: 1893: Lilienthal fliegt 250 m im Gleitflug. 1903: Wilbur Wright fliegt 260 m mit Motor. Soweit die Geschichte. Weniger bekannt ist, dass die amerikanischen Brüder Wright später zum motorlosen Flug zurückkehrten. Am 24. Oktober 1911 blieb Orville Wirght knapp 10 Minuten motorlos in der Luft: über 10 Jahre gültiger Weltrekord. Des Ereignisses wurde mit der mehrtägigen Veranstaltung "Soaring100" gedacht, an der das Otto-Lilienthal-Museum beteiligt war.

Wright und Lilienthal - der Entwicklungsweg des Flugzeugs von den Gleitflügen Lilienthals zum Motorflug der Gebrüder Wright - war bereits 2003, anläßlich des 100. Geburtstages des Flugzeug Thema einer Veröffentlichung des Museums.

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